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Home In "Wenn" und "Dann" ist Ahriman

Merkel&Merckle

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Eigentlich müssten Politiker immer Spitzenpropheten sein. Ihnen ist nicht nur das Wort sondern auch die Macht zur Gestaltung geliehen. Wenn sie nur sagten, was ihnen möglich ist, wäre ihnen der Sieg über alle anderen Propheten sicher. Es würde werden, was ihrem Denken und Können entspricht. Warum aber ist das amtliche Sehertum stets dasjenige mit den miserabelsten Ergebnissen? Die Gründe sind ersichtlich: sie sagen eben nicht, was sie wollen. Daher tritt auch nicht ein, was sie sagen. Ein zweiter Grund ist: sie treten immer für Früheres ein, nicht für noch Künftiges. Zum Beispiel ist "mehr Sicherheit" als früher eine ihrer Lieblingsvokabeln. Für echte Ideen herrscht umfassendes Denk- und Handlungsverbot.
Wer aber verheimlicht, was er erreichen will, muss spekulieren. Da hat man aber nur zwei Alternativen: Hausse oder Baisse. Der Unternehmer Merckle hat heimlich auf Baisse spekuliert und ist jetzt der Sorgen um sein "Vermögen" ledig. Die Merkel verbirgt, daß sie auf Hausse setzt. Völlig verhüllen kann sie es nicht. Wenn das Fähnlein auch nicht jedem sichtbar ist, mit dem sie heimlich schwenkt, eine FDJ-Sekretärin für Öffentlichkeitsarbeit hat den Blick immer nach oben gerichtet, sonst kommt sie nicht voran. Das "Oben" der Kanzlerin sind nicht wir hier unten, das wird sich bald wieder zeigen, wenn die politischen Hütchenspieler uns ihre plötzlichen Kehrtwendungen erklären müssen nach angeblich nicht vorhersehbaren Ereignissen. Der vorgebliche Wandel von Saulus zu Paulus des "Propheten" Ackermann ist dafür ein besonders widerliches Beispiel.

Die Kunst in die Zukunft zu schauen, wird ständig geübt. Unser Zukunftsblick öffnet sich mit dem Wörtchen "wenn". Auf dieses folgt zwangsweise das "dann". "Wenn ich richtig im Lotto gewinne, dann aber ...". Was passiert eigentlich bei diesem scheinbar so harmlosen und beliebten Kausalitätspielchen? Im Blick auf die Zukunft öffnet sich beim Wörtchen "wenn" ein Riesentor für Wahn und Illusion. Im folgenden "dann" erlebt das Ich scheinbar seine Macht. Aber ach, scheinbare Macht basierend auf Illusion ist Rausch. Anthroposophie hat für beide Täuschungen einen Namen, der ihr Wesen wiedergibt. Luzifer ist in jedem "wenn" und Ahriman verbirgt sich elegant in jedem "dann", das uns unkontrolliert durchs Hirn funkt. Aus dem enttäuschenden Verstandesquickie wird eine lustlose menage a trois, wenn sich die "wenn-dann"-Formel auf die unwandelbare Vergangenheit richtet. Mit dem Satz, "Wenn damals anders entschieden wäre, würde heute ...." haben ganze Historikergenerationen ihren Gehalt erdient und den um Einsicht Bemühten Scheinwelten vorgegaukelt.

Meister wie Goethe und Steiner verriegeln den Widersachern diese Geheimtür zu den Dunkelkammern des Ichs. Sätze wie "Wenn der Blüten Frühlingsregen, über alle schwebend sinkt, wenn der Felder grüner Segen allen Erdgeborenen winkt, kleiner Elfen Geistergröße, eilet wo sie helfen kann, ..." oder "Wenn aus den Weltenweiten die Sonne spricht zum Menschensinn und Freude aus den Seelentiefen, dem Licht sich eint zum Schauen, dann ziehen aus der Selbstheit Hülle Gedanken in die Raumesfernen ..." machen resistent gegen gierenden Illusionismus und selbstzerstörenden Machtrausch. Auf diese Kraft der Ernüchterung lässt sich bauen. Wir werden sie brauchen, denn der vierte apokalyptische Reiter reitet noch unerkannt aber spursicher durchs Land.

2008 war das Jahr der Entlarvung der Scheine. Billionen zeigten, was sie sind: schiere Nullen. 2009 wird mit Sicherheit das Jahr der Phrasenvernichtung. Die Phrase ist die Einstiegsdroge in die bürgerliche Schlafsucht vor den Realitäten. Sie vergiftet die Denkkraft und entkraftet den Willen (Für in Phrasen Ungeübte ist eine garantierte ungefährliche "Phrasendreschmaschine" hier bereitgestellt). Bar jeden Hauchs einer Idee driftet das Bürgertum nach generationenlangem harten Drogenkonsum in völliger Apathie dahin. Für diese bergen die kommenden Zeitenstürme ein böses Erwachen. Gut beraten aber sind jene, die sich befreit haben von den bürgerlichen Folterinstrumenten des Geistes. An der Zeit ist es, sich zur Jahreswende mit der größtmöglichen Gedanken- und Bewegungsfreiheit zu wappnen, die uns erreichbar ist. Sie äußert sich in dem genial paradoxen Feiheitswunsch "DEIN WILLE GESCHEHE! Dies ist das Antimittel gegen jede Phrase und das einzige Antidepressivum, das wirklich wirkt. Lasst uns versuchen Seinen Willen wissentlich im vollen Bewußtsein zu tun, denn der Christus will nicht mehr im Schlaf gefunden werden.

In diesem Sinne: ein Gutes Neues Jahr!

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 06. April 2010 um 08:41 Uhr