Tiny-Mundo

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Home Mythos des Grals

Mythos des Gral

E-Mail Drucken PDF
Benutzerbewertung: / 3
SchwachPerfekt 

Seit mehr als tausend Jahren fasziniert das Gralsgeschehen die Menschen in ganz Europa. Wolframs nüchterner Tatsachenbericht begeisterte nicht nur das ganze Mittelalter sondern auch noch uns heute und in Zukunft. Parzival, Elsa von Brabant und Lohengrin sind felsenfest im Kulturleben verankert.

Kaum ein Mysteryfilm nach Hollywoods heutiger Machart ist ohne Gralshintergrund zu denken. Das Potential des "Runden Tischs" der Artussage ist im öffentlichen Leben integriert und gilt als Wundermittel, wenn gar nichts mehr geht. Selbst in der materialistischsten Hochwissenschaft unserer Tage gilt die "Suche nach dem Heiligen Gral" nicht als Obszönität, die den Ruf schädigen könnte (siehe CERN).

Die menschenverachtende Logik eines hochgradig faschistoiden Werkes der Trivialliteratur wie der "Wüstenplanet" von Frank Herbert wäre längst auf den Index originären Nazischrifttums, gäbe es nicht die vordergründige Verbrämung mit einer herben Gralsverheißung.

Erstaunlicherweise hat der Mythos des Grals keinerlei Affinität zu anderen Kulturen. Selbst die Jüdische, die sich doch dauerhaft in Roms Machtimpuls integrieren konnte, hat keinen Einfluß nehmen können. Zwar versucht der Katholizismus seit Ludwig dem Frommen den Gralsimpuls mit allen Mittel zu vernichten. Bislang hatte weder Inquisition, noch Ketzerbann Erfolg. Der Gralsmythos ist mehr noch als das Faustthema die spirituellste und reinste Flamme des europäischen Geisteslebens.

Warum ergreifen uns aber die alten von Wolfram sorgfälitig tradierten geheimnisvollen Namen wie Munsalvaesche, Brobarz, Pelrapiere, Tribalibot immer wieder neu mit Wehmut und Sehnsucht?

Die Frage bedarf keiner Satisfaktion. Auch nicht bei jenen, die den Impuls missionieren, die Nichtexistenz des Geistes verstehbar machen zu können. Der Gral ergreift geheimnisvoll alle die mit seiner hyazinthischen Wandlungskraft, die ihn bejahen und wird für diese zur individuell erlebbaren Wahrheit (siehe Homepage des Filmemachers und Autors Rüdiger Sünner).

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 25. März 2010 um 13:56 Uhr  

Banner