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Willehalm und das Gralsgeschlecht

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Burg von Saint Guilhem-le-desertSeine letzten Jahre verbrachte der über neunzigjährige Willehalm auf seiner Burg "Le Verdus" abgeschieden von der Welt und sann, wie er die Geschichte des Grals unverfälschbar über die Jahrtausende retten könne. In der Mitte seiner Lebenszeit hatte er das Gralsgeschlecht entdeckt und sich mit Schoysane, der Tochter Frimutels vermählt. Titurel, somit sein "Schwieger"großvater, hatte einst den Gral "gestiftet". Seine Schwäger waren Anfortas und TrevizientRepanse de Schoye und Herzeloyde seine Schwägerinnen. Für Parzival, dem Sohn Herzeloydes, war er der Onkel, der die damalige Auseinandersetzung des Christentums mit dem Islam prägte. Durch seine Schwester Irmengarde war er Schwager von Ludwig den Frommen, Sohn Karls des Großen. Seine erste Frau Schoysane starb jung bei der Geburt ihrer Tochter Sigune und Willehalm "eroberte" während seiner Gefangenschaft beim Kalifen von Bagdad die überaus schöne arabische Prinzessin Arabel, die sich durch ihn zum Christentum bekehren ließ und die er nach Südfrankreich in "seine" Provence "entführte".

Aus Rache und angestiftet von ihrem früheren Gemahl, dem arabischen König Tybalt versammelte der Vater Arabels Terramer ein riesiges Heer, mit dem er Willehalms 20.000 Mann in einer ersten (historischen) Schlacht von Alyscamps im Jahre 817 vernichtete. Erst mit einem zweiten Heer konnten Terramers Truppen aus Frankreich vertrieben werden.

Über alles konnte Wolfram von Eschenbach detailliert und in sich stimmig berichten, denn er hatte den Stoff für "Parzival", "Willehalm" und "Titurel" aus erster Hand und völlig authentisch von seiner Quelle Kiot, der er sich verpflichtet fühlte, erhalten. Er selber nennt ihn Kiot, den Katelangen, seine Geschichte des Willehalm (= Guyot, Markgraf der Provence und Vasall von Kaiser Karl und seinem Sohn Ludwig, den Frommen) lässt keinen Zweifel offen, daß dieser derjenige ist, auf den sich Wolfram zu recht immer wieder beruft. Denn dieser ist dabei gewesen

Der Trick, auf den Willehalm damals verfiel, war die ganze Geschichte silbenfest dem Akasha anzuvertrauen. Zugleich setzte er zwei unabhängige Familienlinien mündlich von dem Werk in Kenntnis. Die eine führte nach Burgund bis zu Chrétien de Troyes, die andere nach Thüringen zum dortigen Grafengeschlecht. Dort in den Auen der Unstrut holte sich Wolfram die exakt in französich von der Familie repetierte "story" ab, um sie gemeinsam mit dem deutschen Sprachgeist in Mitteleuropa für immer zu verankern.

Damals hatte Willehalm die Hoffnung, daß die mächtige Minne eines Tages alle wiederzusammenbringen wird, die sich geliebt oder in Hass verfallen waren. Heute ist es an der Zeit, den "Willehalm" wieder zum Sprechen zu bringen...

Mit "je MAINTIENDRAI" verließ er diese Welt damals!

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 22. April 2014 um 09:11 Uhr  

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