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AUS gedacht! - Brief von Angela M.

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AUS gedacht!
Seite 2, Brief von A.M.
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Berlin, den 20.11.2011

Lieber Nicolas S.

Jedermann in Europa kennt die Liebe seiner Völker für seine gewählten Souveräne. Jeder kennt meinen Willen zur Einberufung von Versammlungen und der Ethik verpflichteten Ratgebern, um nach Lösungen zu ringen, die meinem Mut gerechtfertigt sind.
Doch zahllose Enttäuschungen der letzten Zeit haben meinen Verdacht bestätigt, daß es zwar zu mir und meiner Politik keine Alternative gibt, daß aber an meiner grundsätzlichen Haltung, die ich als junger Mensch mir erworben habe, heftig gerüttelt wird. Der einzige Glaube, den ich mir erlaube, denn nie ist mir eine mich überzeugen könnende Macht entgegen getreten, die von mir zu glauben verlangte, ist der, daß die Menschen im Lande einfach zu wenig an mich glauben.

Ich war auf alle möglichen persönlichen Opfer gefasst, als ich einen Schwur als Staatsoberhaupt auf eine Verfassung leisten musste, die nicht unter meiner Mitwirkung entstanden ist. Ich habe diesen auch gebracht und musste oft diejenigen meiner Genossen opfern, die unfähig waren, den Weg meiner Alternativlosigkeit zu begehen.

AM am Ende

Vor wenigen Tagen erhielt ich eine astronomische Zeichnung, mit der ich nichts anfangen konnte. Vielleicht hast Du in Deiner Entourage jemanden, der davon etwas mehr versteht.

Du weißt, daß ich immer gearbeitet für den Fortgang des Reichtums Europas. Ist es mir nicht gelungen, innerhalb von 48 Stunden über 700 Milliarden € der Willkür des Parlamentes auf Dauer zu entziehen und auf die richtige schiefe Ebene zu setzen, mit der alles in Bewegung kommen muss. Zwar hat es mich meinen Staatschef gekostet, aber der konnte mich sowieso nicht leiden. Und der Dank der Menschen im Lande war auch noch Schweigen, obwohl ich erklärt hatte, daß wir „die Bildungsrepublik Deutschland werden müssen.“

Jetzt aber, wo die Macht der nationalen Versammlungen zu Ende geht und damit die Art, über die ich regieren kann zerstört wird und alles Geld ausgegeben ist, müssen die unser Werk fortsetzen, für die wir letzten Endes alles haben aushalten müssen.

Ich habe mich jetzt entschlossen, dieser Logik zu folgen. Mir ist ein Angebot gemacht worden als Marketingsekretärin einer großen chinesischen Investmentunternehmung. Ich prüfe zur Zeit noch oder, ob ich nicht lieber das Angebot aus Nordkorea annehmen soll, weil da ja weniger rum gemurkst wird.

Ich habe aber beschlossen vorher noch Europa den Zustand bekannt zu geben, in welchem ich mich befinde. Vielleicht kommst Du mal auf Besuch und informierst Dich einfach über meine neuen Projekte.

 

Deine A.



Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 06. Dezember 2016 um 19:23 Uhr