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Home Wissenschaft & Geist

Wissenschaft versus Geist

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Vor wenigen Jahren unterschied man noch zwischen Geistes- und Naturwissenschaft. Zwischen Geist und Natur sah man eine Polarität, die kaum zu überbrücken war. Selbstverständlich hielt sich ein Forscher der Geisteswissenschaft völlig überlegen über die armen Verwandten, die sich mit Stein, Wasser, Luft und Feuer abgeben mussten. In den hehren Lüften der reinen Geisteswissenschaft gehörte es zum guten Ton, nicht wissen zu müssen, wie ein Lichtschalter funktioniert. Selbstverständlich war damals auch dem größten Toren klar, an welcher Fakultät er seine Fragen zum Thema "Geist" zu stellen hatte. Alle Wissenschaft unterlag dem einen Zwang: sie musste stimmen und Beweise für ihre Thesen liefern, die jedem, der es wollte, überprüfbar waren. Forschungsergebnisse unterlagen dem Zwang zur Logik, dem Experiment oder wenigstens den Fakten. Unter diesen Vorgaben lieferten die Naturwissenschaften gültige Forschungsergebnisse und sicherten den Nachweis ihrer Qualität. Heute bietet die vom Bund geförderte Exzellenz-Initiative" Qualitätssiegel und Anerkennung ohne wissenschaftliche Vorleistungen. Der Trick ist, eine Uni ist automatisch zur höchsten Stufe der Wissenschaftlichkeit befördert, wenn sie als "Exzellenz" staatlicherseits anerkannt ist, egal ob sie nobelpreiswürdige Forschung betreibt oder reines Glasperlenspiel. Der ärgerlichen Aufgabe der alten, strengen Beweissicherung der Qualität der eigenen Forschungsarbeiten ist man enthoben, wenn das staatliche (selbstverständlich anonyme) Gutachternetzwerk positiv über die Vorhaben urteilt. Die Fragwürdigkeit der Auswahlkriterien zeigt sich bereits daran, daß eine Forschungseinrichtung überragend sein kann, eine Bewerbung auf Exzellenz aber sinnlos, weil die Forschungsaktivität nicht zu den staatlichen Maßstäben kompatibel ist. 10 deutsche Universitäten hatten sich mit ihren Konzepten 2007 um Exzellenz beworben. 2 Universitäten fielen durch. Eine davon ist die Humboldt-Universität zu Berlin. Hatte das tiefere Gründe oder ist die Humboldt-Uni, in deren Umfeld sich abstruseste Schweinwissenschaft einzunisten scheint, dabei, ihr wissenschaftliches Renommee zu verspielen?

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 28. Januar 2016 um 10:50 Uhr