Samstag, den 8. September 2007 


Die Gegenkräfte sind nicht imstande, sich inhaltlich mit der Anthroposophie auseinanderzusetzen. Dies ist der Grund, warum seit den Nazis Anthroposophie kein öffentliches Thema ist. Was aber, wenn nun ohne ersichtlichen Anlaß eine Diskussion in Gang kommt. Erfreulich wäre es, wenn neue Erkenntnisse die Ursache davon wären, daß sich die Gemüter erregen. Das Motiv der gegenwärtigen Akteure ist Geltungssucht. Sie sehen eine Chance, ihr Profil durch geschicktes Vernetzen der Mainstreamkräfte mit formaler Wissenschaftlichkeit aufzupolieren. Die Thesen der verschrobenen Gandow-Zander-Husmann-Koalition sind simpel: Anthroposophie ist veraltet und außerdem gefährlich.
Auf zweierlei Wegen versucht man der Fiktion den Hauch der Ratio zu geben:
1. Steiners Werk soll wegen Rassismus auf den Index wegen Jugendgefährdung
2. Steiner und damit seine Anhänger sind Spinner und verhetzte Dogmatiker.
Der Spiegel heizt die Diskussion weiter an. In der Ausgabe vom 3.9. findet sich ein widerliches Pamphlet, das in seiner Verlogenheit an die Kriegspropaganda vom 1.9.39 erinnert. Der Gipfel ist die Behauptung, Steiner habe von seinen Anhängern auf sich beziehend gefordert:
"Schon der Einwand: ich kann auch irren, ist störender Unglaube.".Der Satz ist original zitiert. Er wurde von Steiner genau einmal Mal formuliert und zwar in der "Theosophie". Was Steiner wirklich meinte, lesen Sie bitte selber
Der Rassismusvorwurf ist feiner gestrickt aber perfider. Man unterstellt, die Naziideologie war zu Zeiten Steiners schon fix und fertig. Wenn Steiner daher das Wort "Rasse" verwendete, dann im Sinne der Nazis. Die aber haben einen ganzen 1. Weltkrieg und noch 13 Jahre danach gebraucht, bis sie ihren Rassensud fertig hatten. Nach dem gleichen Muster könnte man Steiner als Revanchist, Nationalist und bald auch Macho bezeichnen. Man wundert sich, daß die Humboldt-Aktivisten noch nicht darauf gekommen sind, vermutlich haben sie Steiners Werke doch nicht gelesen und die Zitatensammlung ist nur Blendung. Dort reicht  ja schon das richtige Geschlecht als Wissenskategorie
Die Forschungsergebnisse sind mehr als fraglich. Eine riesige Zitatsammlung aus Steiners Werk soll den kargen wissenschaftlichen Ertrag verschleiern. Daß Steiner seinerzeit Rassen als überholt bezeichnete und damit dokumentiert, daß er der Zeit um mindestens zwei Generationen voraus war, wird ignoriert. Diese Wissenschaft ist manipulativ.
Mit der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften ist der Rudolf-Steiner-Verlag nun noch obendrein einen fatalen äußerst faulen Kompromiß eingegangen. Anstatt die Gelegenheit zu nutzen und die tendenziösen Kräfte öffentlich mit der Kraft der Argumente zu demaskieren, hat man sich feige unterworfen. Die Folge davon: in der Öffentlichkeit werden nur die Argumente der Gegner vernommen. Die Institution "Waldorf in Berlin-Brandenburg" hat erneut an ihrer ohnehin geringen Glaubwürdigkeit gesägt. Es ist offenkundig, daß sie nicht an sich selber glaubt.

So was packt ein Mann wie Schäuble anders an. Der Plan zur Änderung des Waffengesetz war zwar ein Schuß in den Ofen. Mit der simpel gestrickten Story aus dem Sauerland und den üblichen Fiktionen war er aber gleich wieder am Drücker. Dabei ist an dem Datum des 11. Septembers 2007 nur eines von Bedeutung: die hier nicht sichtbare Sonnenfinsternis um 14:31.