Donnerstag, den 22.11.2007
Anthroposophie = Rassismus - (Kosmos + Waldorftomaten)!

Liebe Freundinnen und Freunde,

ist der Historikerzunft schon mal ein winzigkleines "Wintermärchen" gelungen? Auseinandernehmen ja, ist doch kinderleicht und ohne Müh. Das wissen alle, die mal Kind gewesen und an Vaters Uhr heimlich schraubten. Auf die gleiche Manier gelang es den furchtbar Gescheiten in einem früheren Jahrhundert die Bibel solange zu sezieren, bis sogar der große Geber durch das fein gesponnene Raster fiel. Im dünnen Ufernetz der Theorie blieb ein Menschlein namens Jesu hängen. Dem konnte dann flugs nachgewiesen werden, daß es Ihn nie gegeben (haben könne) und wenn doch, dieser auch nur bei anderen Geistesgrößen und Kulturen abgekupfert habe. Fragt sich nur: und woher kommen die? Gibt es überhaupt einen ersten, echten Urheber und wahres Schöpfertum oder ist alles nur geklaut. Sagte der Einenicht auch Sich Selbst verratend, "prüfet alles und das Gute behaltet".

Die eigentliche Leistung versunkener Gehirnakrobaten aber war, der Welt schlüssig bewiesen zu haben, daß hinter ihren seichten Tiefen niemals Meer und alles Ahnen von dahinter nur krankhaft düstrer Wahn. Auf dieser alten Spur tigert zur Zeit durch alle deutschsprachigen Kulturredaktionen eine Auseinandersetzung mit der Anthroposophie und die Medien sind begeistert, um uns mit der neuesten deutschen Hochwissensstufe zu beglücken. "Esoterische Anthroposophie kann sich nicht von ihrem Vordenker Rudolf Steiner lösen!", so klagt zum Beispiel der renommierte Deutschlandfunk, einen Autor zitierend. Den Satz muss man erst mal sacken lassen. Um zu verstehen, was uns hier vorgeworfen wird, hilft vielleicht eine Übersetzung: "Der Faust" kann sich immer noch nicht vom Goethe lösen! Ahnt Ihr schon, was gemeint ist? Wem gilt aber der Vorwurf: der Esoterik, der Anthroposophie, Rudolf Steiner? Wo lernt man bloß, soviel Unsinn in so wenig Worte zu pressen. Kaum zu glauben, nur staunen kann man: deutsche Geisteswissenschaft ist heute aber weit abseits der Logik.

Ohne großes Meditieren kommt der Satz zu Sinn, wirft man alles in einen Suppennapf. Es geht hier um Rudolf Steiner und gezieltes Bashing seines Anhangs. Man weiß sich im Mainstream: alles auf den Müll und die Gläubigen auf den Hartz(IV), das ist die Botschaft, auf die kommt es an. Die Methode ist ganz einfach von rechts nach links gestrickt. Die 2000 Seiten, die zu lesen gar nicht erwartet wird, sind nur der Weihe eines neuen Muezzin. Von solcher Höhe ist Übertönen ein Leichtes und man kann unprüfbare Sätze sondern, die als Zeichen erscheinen für die große Gleichgesinnung.

Dem Symptomatologen schaudert's gleich, kommt man erst auf der Gründe Dürftigkeit. "Kosmische Wirkkräfte" werden genannt, die da vom Himmel auf die Erde kommen, um hier Verderbliches zu richten an unseren atomar gestählten Hollandtomaten. Bei der Demeter! Das reicht schon hin, um dem Publikum jeden Appetit auf Anthroposophie zu nehmen. O Herr, wirf endlich einmal Hirn vom Himmel anstatt des ewigen Mannas durch der Sonne Licht. Bei diesen Geistern kommt das Wachstum der Natur aus der Aldi-Dose und der Sonne Licht ist nur ein Discoschein.

Die Naturwissenschaft versucht aus den Fehlern ihrer Forscher zu lernen. Dort gilt, wenn man einen Einstein nicht widerlegen kann, muss man auf ihn bauen. "Wie erlangt man Erkenntnisse höherer Welten?" und "Die Philosophie der Freiheit" sind die Schlüssel zur Anthroposophie. In unseren warmen Gelehrtenstuben setzt sich aber nirgends einer mit den Konsequenzen seines Werkes direkt auseinander. Kein Versuch, ihn zu widerlegen. Ein schlimmer Verdacht kommt da auf. Wetten, daß der Autor von "Anthroposophie in Deutschland" nie ein Buch von Steiner selbst gelesen hat. Sein ganzes Wissen ist aus dem Fußnotentertiär. Daß muss man doch von der Wissenschaft noch fordern können, daß bei aller Antipathie doch wenigstens eines der Bücher vom Doktor in die Hand genommen wird und sei es das dünnste. Bei dem Wissen heute, daß uns so herrlich weit gebracht, muss das doch ein Leichtes sein, ihn zu widerlegen. Aber es mangelt der Mut, sich selber auf den Geist zu wagen. Weiter kommt man mit Sägen. Die Historiker sind die Pathologen der Philosophie. Hat man erst sauber die Leich zerlegt, wird sich schon ein Defekt finden lassen, der Über-Zeugung davon gibt, was widerliches einst in diesem Körper weste. Der Befund ist vernichtend: "Sofort wieder dicht machen, alles befallen vom hoch ansteckenden Nazigen".

Die ganze Hirnrissigkeit des Rassismusvorwurfs wird deutlich, hält man sich vor Augen, was vom Begriff "Rasse" über bleibt, nimmt man die Nazis und ihre Taten davon weg. Wenn aber ein Historikerkopf nicht unterscheiden kann oder will zwischen "vor den Nazis" und "danach", bleibt nur noch ein Generalverdacht. Die Geschichte wird immer von den Siegern geschrieben. Und die sind unter uns. Untersucht man den doktrinär fein abgesicherten Umkreis der Quelle, stößt man im Humboldtkleid perfekt getarnt auf gute alte katholische Theologie. Der war der Steiner schon immer ein Dorn im Auge. Sein erfolgreiches Ringen um ein modernes Christusverständnis im Rahmen des Verbunds von Kosmos und Mikrokosmos ist das eigentlich Unappetitliche und seit Augustinus Zeiten sehr verdammlich, weil streng unkatholisch. Heute muß man nicht mehr selber Jesuite sein, um ihren Sinn zu wirken. Ein bisschen Luft geschnuppert in Augsburg oder Paderborn und schon ist man hin vom Duft des Siegers und Aussicht auf Gut und Ehr. Wahrscheinlich ist es ein römische Köder, der alle Mühe lohnen soll. Hier wurzeln die wahren Gründe dieser Werksgemeinschaft, selbst noch bei denen, die als Sektenaufsicht sonst nur evangelisch schnüffeln.

Im Grunde aber muss man der Meinungsmache dankbar sein. Die Zeit der Klärung ist gekommen. Der massiv in Szene gesetzte Rassismusverdacht wird schon obsiegen. Anthroposophie hat das Geschmäckle, das die Lauen abhält und die miesen Profiteure dieses Geistesguts sowieso. Nur die Seelenstärksten und die wirklich Suchenden, die sich selbst ein Bild machen wollen, werden immer alle Vorurteile überwinden. Deren Frage ist: wie erlange ich selberErkenntnisse von den höheren Welten ohne politisch korrekte Lehramtsmeinung. Die werden aber feststellen, daß 80 Jahre Anthroposophie ohne Steiner ihr nicht Schaden konnten, sowie der Satz von Pythagoras seit Jahrtausenden auch ohne ihn gültig ist für alle, die sich der Mühe unterziehen, ihn zu verstehen!

Die Anthroposophie hat ihre Epigonen nicht verdient. So dient erneut der Teil des Geistes, der stets verneint, der Böses will und Gutes schafft und befreit die Anthroposophie gründlichst vom übel stinkenden Anthroposophismus