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Vollgeld

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Die Maßnahmen zur Bewältigung der Finanzkatastrophe werden die Werthaltigkeit des Geldes dramatisch verändern. Darüber kann es keinen Zweifel geben. Jahrzehntelang ist unser Geld durch üble Praktiken ruiniert worden. Mit der gigantischen Steuerstütze für die Verursacher des Verderbens wird das Kernproblem der permanenten Geldinfizierung nicht gelöst. Nur eine Erneuerung des Geldes selber kann den kompletten Verfall des Geldes aufhalten. Dies ist leichter möglich, als es den Anschein hat.

Die Geldschöpfung, einst eine originäre Aufgabe des Staates, verlagerte sich mit der Ausweitung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs vom Staat an private Banken. Parallel verlor das Geld 90% des ursprünglichen Wertes. 85% Prozent des jährlichen Geldzuwachses wird heute u.a. aus dem Giralgeld der Kunden ex nihilo generiert, lediglich 15% steuert die staatliche Bundesbank bei. Mit dem autonom geschöpften Hartgeld sichert sie einen Teil ihrer jährlichen Milliardengewinne, die sie an den Bundeshaushalt abführt. Früher kamen alle Gewinne aus der Geldschöpfung dem Staat zugute (Seignorage). Heute wird der Löwenanteil von den Banken privatim verzehrt. Die Bewirtschaftung unseres Geldes - der größte Konsens stiftende Nenner unserer Gemeinschaft - ist der staatlichen Aufsicht weitestgehend entzogen. Die gegenwärtige Schwäche des Bankwesens ist bestens geeignet, die Geldschöpfung wieder einer unabhängigen Souveränität zuzuführen. Dies steht im Einklang mit Notwendigkeiten der Volkswirtschaft und ist überdies eine Folgerung aus dem Grundgesetz. Die gegenwärtige Situation bietet die einmalige Chance, unser Geld zugleich einer gründlichen Weißwäsche zu unterziehen.

Wenn sich die Kanzlerin jedes Reden über bevorstehende soziale Unruhen verbietet, ist klar, daß wirklich Schlimmes bevorsteht. Abgesehen von einer weltweiten generierten Gesundheitskrise ist das Schlimmste eine globale Hyperinflation. Vor dem zu erwartenden Sturm sollten wir so klug sein, Geld für den Tagesbedarf vor dem völligen Verfall zu sichern. Aufbauend auf dem Konzept des bedingungslosen Grundeinkommens ist ein Primäreinkommen von monatlich 1000 € pro Bürger erforderlich. Dieses gesicherte Primäreinkommen (PGE) wird ausschließlich vom Staat geschöpft und als neues Vollgeld inflationsresistent, da unabhängig vom bisherigen Geldzusammenhang, in den Umlauf gebracht. Das Vollgeld steht jedem unter bestimmten Vorraussetzungen zur ausschließlichen Finanzierung der Basisbedürfnisse zur Verfügung. Seine Funktionalität ist besser als jeder Sorte von Bezugsscheinen oder Abwrackprämien.

Die Einführung des Vollgeldes ist das allein heilsame Mittel gegen die befürchteten sozialen Unruhen, über die die Politik hinter verschlossenen Türen längst konkret redet. Vorteile des Vollgelds zeigen sich nach allen Seiten:

  • Der Staat übernimmt wieder seine originäre Aufgabe als Souverän über das Geld.
  • Das monatliche Vollgeld garantiert die Zahlungsfähigkeit der Bürger zur Sicherung seiner Grundbedürfnisse. Das Geld ist gültig in allen Konsumbereichen, zinsbefreit und daher nicht für Sparguthaben, Spekulation oder Kreditvergabe verwendbar. Es ist nicht inflationierbar, muss aber innerhalb eines Zeitraums von einem Jahr ausgegeben werden.
  • Für die Wirtschaft reduzieren sich die Produktionskosten. Damit verbunden ergibt sich ein unbedingter Preisvorteil im globalen Wettbewerb. Gehaltszahlungen werden um das gesicherte Primäreinkommen verkürzt. Die Höhe der Bezüge bleibt unangetastet.
  • Die Aufgaben der Banken bleiben im alten Währungszusammenhang unverändert. Die Kreditwirtschaft trägt künftig aber die volle Verantwortung für die Ausweitung der Kreditvergabe auf Euro-Basis allein
  • Erkennbar sind weitere positive Nebeneffekte durch Einführung des Vollgeldes wie Wegfall nahezu jeder Form von Schwarzarbeit, erhebliche Reduzierung der Kleinkriminalität, umfassende Vereinfachung der Bürokratie u.a.

Eine unabhängige vierte Gewalt wie die von Bernd Senf vorgeschlagene Monetative bekommt das Recht, die bestehende Geldwährung in Vollgeld umzuwandeln. Das Vollgeld ist gekennzeichnet durch ein großes "V" auf allen Geldscheinen. Die mit der Schaffung des Vollgeldes verbundene Seignorage (=Gestehungskosten) steht der Monetative als Gewinn zu. Das Vollgeld wird zunächst zum Eurokurs von 1:1 ausgegeben. Nach der Erstausgabe erfolgt ein jährliches Kursfixing. Mit den Gewinnen aus der Kursentwicklung kann der Staat langfristig seine Schuldenlast im Euro-Bereich abtragen.

Die Preise im Warenverkehr bleiben auf dem bisherigen Niveau durch Anhebung der Mehrwertsteuer entsprechend dem ausgezahlten Vollgeld für die Arbeitnehmer. Alle arbeitgeberseitigen Sozialabgaben für Rente, Arbeitslosenversicherung entfallen. Dafür wird eine entsprechende Produktionssteuer auf die Lohn- und Gehaltssumme erhoben in Höhe der bisherigen Sozialleistungen. Diese Steuererlöse werden ebenfalls zur Finanzierung des Vollgeldes verwandt.

Zur Versorgung der Bevölkerung mit dem Vollgeld werden im ersten Jahr der Einführung monatlich maximal 100 Milliarden erforderlich. Dieser Betrag wird neu geschöpft. Im weiteren finanziert sich das Vollgeld aus den rücklaufenden Steuern. Da das Vollgeld zu 100% in den Konsum geht, fließen dem Staat bereits im ersten Monat 50% des ausgezahlten Vollgeldes in Form der Mehrwertsteuer zurück.

Die Teilnahme am dem gesicherten Primäreinkommen steht jedem Bürger frei. Zur Ausschüttung ist lediglich der Nachweis einer gesellschaftlich relevanten Tätigkeit erforderlich. Bürger mit einem jährlichen Einkommen über 100.000 € sind von der Teilnahme am Vollgeld befreit. Die Banken führen die Vollgeldkonten wie Valutakonten der Kunden. Die Vollgeldkonten sind banktechnisch Treuhandkonten und nicht bankseitig bilanzierbar.

Seien Sie herzlich aufgefordert, sich an der Diskussion zu beteiligen!

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 02. Februar 2016 um 12:05 Uhr