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Dilemma hoch 3

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Vergeblich ist bislang alles Hoffen der monotheistischen Religionen um die Her- oder Herabkunft ihres Gottes, obwohl es doch irgend an der Zeit zu sein scheint, daß alle Welt einmal wieder gerichtet wird. Die Einen warten seit Mosis nun schon dreitausend Jahre auf das körperliche Erscheinen ihres Messias, die Anderen auf ihren Mahdi, die Dritten beten beinah zweitausend Jahre, daß "Sein Reich zu uns kommen möge". Warum nur ist der Gemeinte, bei dem es sich trotz aller Meinungsverschiedenheiten nur um den All-Einen handelt, so harthörig und verschließt sich den milliardenfachen Bitten Seiner Geschöpfe.

Mit "Dein Wille" geschehe setzt die Christenheit ihr Gebet fort. Betrachtet man die heutige Weltlage, so wäre nichts dringlicher als genau dieses, denn im globalen Geschehen zeichnen sich zur Zeit zwar die Umrisse einer finalen Menschheitstragödie ab, aber es rührt sich keine helfende Hand aus den ersehnten Himmeln. Irgend etwas muß schief gelaufen sein in der Abstimmung zwischen den verquälten Geschöpfen hier unten und der allein dauerhaft wirksamen Willensmacht da oben. Wenn es sich um ein simples Missverständnis handelt, dann müssen wir den Fehler natürlich hier unten bei uns suchen, wäre allerdings die obige Welt in der Irre, dann ist alles Flehen um wirksame Hilfe von vornherein gänzlich vernarrt. Ohnehin ist inzwischen ein beachtenswerter Teil der Menschheit der Auffassung, daß die Würfel, die ihrer Meinung nach zufällig das Universum und seine Gesetze entstehen ließen, sich selbst geschaffen hätten. Die nennen das Wissenschaft und sind daher für diese hier geäußerten Überlegungen mental gewissermaßen auf einem anderen Stern.

Völlig absurd wird die Logik der Gebote für den, dem zu Gehör kommt, daß "Mein Reich nicht von dieser Welt ist"! Da passt nun auch rein gar nichts mehr zusammen! Erst soll das "Reich" zu uns kommen, das doch nur dann eine Existenzberechtigung hat, wenn es aus eigener Kraft tatmächtig genug ist zur Durchsetzung seiner Gesetze.  Die darauf folgende Bitte um den Vollzug ist nach menschlichem Ermessen völlig überflüssig. Ein Grund für das Nichtgelingen der Kommunikation könnte auch darin bestehen, daß die Adresse, an die die Bitten gerichtet sind, nicht stimmt. Liegt hier vielleicht die Ursache verborgen für die offenbar mangelnde Übereinstimmung zwischen Oben und Unten oder ist zur Vermeidung von Missverständnissen lediglich das kleine Wörtchen "aber" zwischen beide Bitten für das Erhören vonnöten?

Den heutigen Helden unbedingter Willensfreiheit muss eine vollständige Unterwerfung in den Willen Eines, der sich selber Vater nennt, sowieso eine Herausforderung aller ersten Ranges sein. Wozu dann eigentlich noch die ganze Entwicklung von Adam bis heute, wenn zuletzt doch nicht mehr herausspringt als die Aufgabe aller Freiheiten, die man sich so mühsam seit der Abspaltung des Menschenastes vom Affenstamm errungen hat?

Das Dilemma ist eines hoch Drei und geht über den Verstand! Wer vermag da noch für einen Namen zu brennen, dessen Sinn dies alles ersann?

Doch warum lehrte Dieser den ersten Menschen zu aller erst die Namen der Dinge zu nennen? Weil das gelungene Verständnis des Namens Macht gibt über den, der seinen Namen getreu als den Schlüssel zu seinem Eigentum trägt. Derjenige, dessen Reich nicht ist von hier, nennt sich selber Vater und bezeichnet Sein Wesen als der "ICH BIN" und das Wörtchen Re-ICH präzisiert so eindeutig den Charakter dieser Welt als die Heimat des in der höchster Beweglichkeit ruhenden Weltenichs. Erwähnt sei in diesem Zusammenhang, daß der Anfangslaut "R" in allen Weltsprachen dasjenige kennzeichnet, was gerundet ist wie das Rad oder Reif. Die "zur Ruhe gekommene Bewegung" ist kein physikalischer Widerspruch. Der Laut "R" deutet bereits auf eine dynamisch fortschreitende Rotation dieses Herrschaftsgebietes. Doch auch zwei sich gegeneinander drehende Felder gleicher Frequenz sind von außen betrachtet in völliger Ruhe.

Zweifellos ist diese merkwürdige Gegend nicht von dieser Welt und alle, die in sich die selbe ruhende Schwingung erleben, sind es ebenfalls nicht zumindest mit diesem Teil ihrer Wesenheit.

Die Naturwelt von der größten Galaxie bis zum geringsten Sonnenstaub folgt gesetzestreu einer Macht, die nicht in ihr ist. Das All ist geregelt durch die Naturgesetze bis zum letzten Atom. Jede Willkürhandlung irgendwo in Zeit und Raum würde die Maschinerie sofort vernichten. Selbst die Krone der Schöpfung unterliegt mit all ihren physischen Lebensprozessen Gesetzen, die sie selber niemals aufzuheben vermag. Wo ist denn nun bloß das besagte Reich, in dem sich der Mensch vollendet zu dem, weswegen er einst gemacht? Mit "ICH BIN sei in mir" müht sich der beschränkte Ichfunken des Nachts und stößt perplex auf das Ergebnis seiner logischen Anstrengungen, daß das Grenzenlose und Ewige in ihm keineswegs ein passendes Gefäß haben kann wegen der Beschränktheit und Vergänglichkeit dieser kargen Hütte. Die "1" passt nicht unter die "0"! Und doch ist die Substanz des ICH BIN in jeder Beziehung homogen mit der Ich-Kraft in mir. Eine Identität kann sich natürlich nicht von sich selber unterscheiden. Das ist unser Problem.

Doch der ICH BIN verweist nicht ohne Grund auf Seinen Namen. Wie bei Adam gilt die geheime Magie, daß der Macht erringt über den, für dessen Namen er Verständnis gewinnt. Das ist die direkte Wirkung, die nur bei wahrer "Heiligung des Namens" erzielt wird. Die Grenzen des Reichs, in dem diese Verinnerlichung gelingt, sind außerhalb des Raumes doch nicht außerhalb der Zeit. Wieder hat der geniale deutsche Sprachgeist uns das perfekte Wort gegeben, das auf diese verborgenen Gestade verweist. In den T-Räumen ist zu finden, was nicht ist von dieser Welt. Das "T" (=Zeit, time) ist der schlichte Hinweis darauf, daß diese Sphären nur sind in der Zeit. Wenn der Mensch träumt, schafft er in seinem Bewusstsein die Zeiten-Räume, in dem die Begegnung sich vollzieht, der sich das "ICH BIN" nicht entziehen kann und will, wird ER bei Seinem Namen im Traum erkannt.

Die alten Germanen, die noch rein waren als Gattung, erlebten des Nachts synchron das Geschehen in den Ich-Räumen ihrer Gruppenseele. Sie empfanden sich als Blatt zugehörig dem Stamm, den sie Yggdrasil (=Ichträger) nannten. Im Traumbewusstsein erlebten sie wie die Krone (=Gehirn) jede Nacht vom Tau des Himmels erfrischt wurde. Das rote Eichhörnchen, das eilig die Gedanken von oben nach unten zu Mimir dem Tagesbewußtsein vermittelte, war so gewiss wie uns Heute&Tagesschau. Dieses gemeinsame Erleben bildete die Grundlage für jene unbestreitbare Tatengemeinschaft, die das Imperium der Römer niederzwang. Doch dann schlug Wotan sein Schwert (=Intellekt) in den Stamm der Esche und allen vergingen die Götter in den Gluten der beginnenden (Götter-)Dämmerung. Vereinzelt fielen die Blätter und abgeschieden vom Baum des Lebens, wie die Seelen heute frei in Fall aber mit der Wachstumskraft des Ich-Keim in sich.

Orte mit der Dimension Null sind im Raum existent. Jeder Mittelpunkt ist ein solcher. Der Keim eines Senfkorns ist ebenso eine dimensionslose Singularität. In der Zeit ist dessen "Reich" (=Wirkungsraum) aber unendlich, denn jedes Samenkorn ist über die Generationen zur unendlichen Reproduktion seiner Selbst fähig. So ist die Ichsubstanz des ICH BIN unendlich teilbar und reproduzierbar. Im Raum erscheint diese nur als idealer unzugänglicher Punkt im Menschen, doch in der Zeit - dem geometrisch invertierten Raum - ist seine potentielle Kapazität unendlich. Jeder einzelne Ich-Punkt ist prinzipiell fähig zur Aufnahme des gesamten ICH BIN. Der Prozeß der Aufnahme unterliegt aber der Willkür des einzelnen Ich. Es kann sich gegen seine "Erfüllung" entscheiden, dann verkümmert es im Laufe der Zeiten an Krankheit und Tod. Wenn es sich für die Aufnahme entscheidet, beginnt eine unendlich wachstumsfähige Korrespondenz (Cor=lat. Herz) mit dem Herrscher des verbogenen Reichs zum Zwecke der Vollendung des Menschenwesens. Sein inneres Wachstum auf dem Fundamente des Willens des ICH BIN ist dann unbegrenzt und ewig. Hierin liegt die einzige Möglichkeit zur unbedingten Freiheit gegenüber dem Zwang der Naturgesetze im gesamten kosmischen Geschehen. Das Sinnrad in unserem Kopf ist das Instrument dazu.

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 28. Dezember 2015 um 17:18 Uhr