Tiny-Mundo

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Home Was Not tut

Was Not tut

E-Mail Drucken PDF
Benutzerbewertung: / 6
SchwachPerfekt 

Wenn etwas Neues entstehen will, muss das Altüberkommene Platz machen. Am besten, das Alte löst sich gleich komplett auf. Die Natur ist dafür ein Vorbild. Im Moment der Befruchtung der Eizelle, werden die beteiligten Chromosomenfäden völlig chaotisiert. Jede vorher bestehende chemische Struktur wird komplett vernichtet. Danach ist der Boden bereitet für das, was gezeugt werden will. Auch in der gesellschaftlichen Entwicklung ist es notwendig, daß von Zeit zu Zeit neue, nie vorher gedachte Ideen ergriffen werden, die das alt und schwach gewordene verdrängen. So waren einst junge frische Ideen die Verursacher, die die klassischen Hochkulturen begründeten. Griechenland fand zur Philosophie und verdrängte damit den herrschenden aber obsolet gewordenen Aberglauben an nichtige Götter. Europa verdankt Rom die Idee der Verknüpfung des Rechtsgedankens mit der individuellen Persönlichkeit, die noch heute die Grundlage unserer Rechtssysteme bildet.

Die Mitte Europas ist durch die Katastrophen des 20. Jahrhunderts bislang daran gehindert, ihren Beitrag zu der dringend erforderlichen umfassenden Erneuerung der staatlichen Strukturen zu leisten. Die gegenwärtigen globalen Verwüstungen unseres Planeten in allen gesellschaftlichen Lebensbereichen sind aber ein starkes Zeichen, daß für etwas vollkommen Neues durch Zerstörung des Gehabten zur Zeit der Boden umgebrochen wird. Für diese Entwicklung ist der deutsche Sprachraum der geeignete Zusammenhang.

Das Neue bereitet sich vor!

Eine politische Bewegung, die es schafft, sich das zum Werden drängende vollständig zu eigen zu machen, gewinnt quasi automatisch im Feld der gesellschaftlichen Diskussion den Vorrang. Die etablierten Strukturen, die in naturgemäßer Feindschaft dem Neuen gegenüber verhaftet sind, werden im neuen Zusammenhang identifiziert als verbraucht und nicht mehr fähig zur Gestaltung der drängenden Probleme. Je umfassender nun im gesellschaftlichen Sinne der Gedanke für das Zukünftige ist, um so kraftvoller wirkt die Keimkraft der Überlegung zur Überzeugung der Menschen. Die alten Konzepte gehen unter. Ihre positiven Rudimente dienen bestenfalls als Baumaterial für das neue Fundament. Die staatlich alimentierten Altparteien haben keine Argumente gegen die Verfechter einer bewußten gesellschaftlichen Entwicklung. Die neuen Ideen können sie sich nicht zu eigen machen, alle Gegenargumente befördern nur die Erkenntnis über die Kraftlosigkeit der alten Machthaber.

Nur die Jugend ist ohne Vorbehalt und bereit, sich für das Neue zu öffnen. Ideen wie die, die in Griechenland und Rom gefunden wurden, haben zuerst die Jugend ergriffen. Diese bereiteten dann mit einer alles überwindenden Begeisterung entschlossen die neuen Wege zur Entfaltung der gesellschaftlichen Ideen.

Der Inaugurator eines neuen gesellschaftlichen Impulses ist, so er sich der Tragweite seines Tuns vollständig bewußt wird, auf einem selbst bestimmten Weg. Nach Innen, bei den Mitkämpfern, bewirkt der notwendige in Gang kommende Verständnisprozeß, daß das übliche virulente die Wachstumskräfte lähmende Potential überwunden wird. Die Spitze der Bewegung betreibt die Artikulation nach außen und ist nach innen der Mentor, der das Wachstum der Identifikation mit den Zielen des Impulses in Einmütigkeit befördert. Durch die gefundene Begrifflichkeit hat die Bewegung die alleinige Deutungshoheit über den neuen Zusammenhang inne. Emotionale, pauschale Diffamierungen wie "Dumpfbacken" und "Gesinnungspack" prallen ab und fallen nunmehr auf jeden Angreifer zurück.

Ohne Vorstellungen kein Theater!

Wie bereits gesagt, je umfassender ein politischer Gedanke ist, umso stärker wirkt dieser auf das gesellschaftliche Bewusstsein und damit auf die Bereitschaft, das Kommende zu unterstützen. Die Begriffe, die die Ideen umschreiben, müssen jedoch dem gewohnten Erleben entnommen sein. Eine unmittelbare Einsicht in deren Konsequenzen dagegen nicht. Im Gegenteil, die geistige Arbeit zum Verständnis des Themas befördert die Bildung einer Gemeinschaft im Tun und Handeln für die Idee. Hier sei es jedem überlassen, die Stimmigkeit dieser Aussage an Hand der historischen Fakten zu überprüfen. Letztlich muss die neue "Begrifflichkeit" unmittelbar nur zum Ausdruck bringen, daß es sich hier um etwas handelt, was gegenwärtig nicht existiert und noch nie existiert hat.

Alles bisher Gesagte lässt sich fokussieren in der Forderung nach einem Staatswesen, daß sich richtet nach den Erfordernissen eines am Leben und dessen Notwendigkeiten orientierten Gemeinwesens. Die staatliche Realität heute, die lediglich alte Maximen permutiert, stimmt damit in geringsten Maße überein. Das angeblich freie Spiel der Kräfte ist absolut dominiert durch die Wirtschaft. Dem sind als nächstes das Feld der Gesetzgebung und die Rechtspraxis unterworfen. Als vernachlässigbarer Rest kümmert das kulturelle Leben unter der Vorherrschaft der beiden bereits genannten Bereiche. Das war nicht immer so. Im alten Griechenland hatte eindeutig das kulturelle Leben den ersten Rang inne, die Römer verdanken ihre Glanzzeit dem Vorrang der Gesetzgebung und Rechtsprechung über die anderen Gebiete. Die meisten Menschen betrachten den heutigen Zustand als Naturgesetz. Da der Widerspruch chancenlos scheint, hat man zu allermeist resigniert.

Unstreitig ist es aber, daß das Verlangen nach Befriedigung elementarer Grundbedürfnisse im Sozialen, diejenigen Menschen sofort ergreift, die als Wahrheit empfinden, daß die Ziele in Richtung einer humanen Gesellschaft noch längst nicht erreicht sind. Ja, je größer das Gefühl über die Differenz zwischen Erreichtem und dem eigentlichen Idealzustand, desto größer das Verlangen, sich für die Ziele spontan einzusetzen. Jeder, der den Impuls zur "Freiheit" verspürt, ist sich sicher, daß das Maximum an Freiheit der Persönlichkeit noch weit entfernt ist. Jeder, der die Notwendigkeit der gesetzmäßigen Regulierung der gesellschaftlich relevanten Beziehungen erkannt hat, weiß, daß bislang die Gesetze sich in der Hauptsache an den Interessen derjenigen ausrichten, die auf ihrem eigenen Vorteil bedacht sind und nicht auf die Effizienz des Gesamtsysystems. Schließlich hätte ein Staatswesen, daß wirklich seine Bürger im Ziel der Befriedigung seiner elementaren Bedürfnisse verfolgt, ein System des permanenten, individuellen Interessenausgleichs zu entwickeln, dem alle Beteiligten ihre emotionale Zustimmung geben können. Von all dem ist in unseren gegenwärtigen Staatszusammenhang keine Spur!

Die Ideale "Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit" sprechen stärkste gesellschaftlich aufbauende Kräfte an. Sie werden nicht kontrovers diskutiert, sondern finden größte allgemeine Zustimmung. Doch hat eigentlich jeder die Empfindung, daß die gesellschaftliche Realität noch Lichtjahre vom Erreichen eines idealen Zustands entfernt ist. Ihr verborgenes Potential für weitreichende gesellschaftliche Veränderungen ist jedoch bisher nicht erkannt. Ihre Großmächtigkeit wird erst ersichtlich, wenn verstanden wird, daß in dieser Trinität nicht ein beliebiger Katalog von mehr oder weniger gleichrangigen gesellschaftlichen Zielen gegeben ist, sondern daß es sich um drei Komponenten eines Entwicklungsraums des Sozialwesens handelt. Drei voneinander unabhängige Dimensionen, die jede für sich größer oder kleiner werden können, sind Kennzeichen der Größe oder Kleinheit der sozialen Gestaltungskraft eines Staates. Dieser Raum hat eine "Bodenfläche", deren Abmessungen durch das Maß an erreichter Gleichheit multipliziert mit dem Quantum an Brüderlichkeit gegeben ist. Das Freiheitsprinzip (=Höhe) ist die dazu senkrechte Komponente, die aus der Fläche erst eine dem Raum ergreifenden für die Menschen wohnliche Staats-Hütte macht. Es versteht sich von selbst, daß bei diesem sozialen Gebäude für jede Komponente eigene Gesetzmäßigkeiten gelten, die mit denen der jeweils anderen in Entwicklungsraum SozialwesenEinklang gebracht werden müssen.

Gleichheit, Brüderlichkeit und Freiheit sind zwingend jeweils einem der drei eingangs genannten Hauptbetätigungsfelder, der Wirtschaft, dem Gesetz- und Rechtswesen und dem Gebiet der Wissenschaft, Kultur und Bildungswesen zuzuordnen. Gleichheit ist der Grundpfeiler eines sich entwickelnden Rechtssystems, auf der Grundlage der Brüderlichkeit ist ein Wirtschaftsleben einem nur auf Konkurrenz basierenden Wirtschaftssystem weit überlegen und zuletzt zeichnet das erlangte Maß an Freiheit nach dem Motto, der Geist weht wo er will, ein ausstrahlendes Kulturleben einer Gesellschaft aus.

Mit einer in diesem Sinne strukturierten Verfassung eines Staates ist das Fundament geschaffen, um die gegenwärtige fatale Verzerrung des Staatssystems durch die Dominanz des Wirtschaftslebens über die anderen Lebensbereiche zu überwinden. Ein staatliches Gebilde, daß seine Staatsziele nach diesen Gesichtspunkten definiert, lässt sich für jedermann nachvollziehbar als "organisch gegründeter Staat" charakterisieren.

Mit der Bezeichnung "organischer Staat" ist eine Begrifflichkeit gefunden, die die Bedingungen der hier gemachten Aussagen vollständig erfüllt. Über beide Begriffe haben die Menschen übereinstimmende konkrete Vorstellungen. Die Verknüpfung der beiden Begriffe ist für die allermeisten überraschend und löst das Interesse aus, mehr darüber zu erfahren. Der vertraute Begriff des "Staatsorgans" kann nicht als Gegenargument gegen die neue Begrifflichkeit gelten, vielmehr kann er als Einstieg zum Verständnis der Bestrebung verwandt werden. Eine Programmatik im Sinne dieser Überlegungen muss als erstes fordern, das Ziel der Entwicklung des organischen Staates in einer Präambel der Verfassung zu verankern. Die wenig substantiierte zu sichernde Würde des Menschen ergibt sich hieraus von selbst. Weiter muss dort noch die periodisch zu erfolgende Bilanzierung des realen Fortschritts auf dieses Ziel festgelegt sein. Damit ist als Viertes das unverzichtbare Prinzip der Transparenz, die allem staatlichen Handeln unterliegen muss, zur Wahrnehmung und Bilanzierung der Qualität der staatlichen Aktionen, gesichert.

Bestimmte im Hintergrund wirkende Kräfte, die sich keiner Wahl stellen, vielmehr Demokratien als Kasperletheater verachten, haben sich auf ein globales Ziel verständigt, das mit der Menschheit nicht offen kommuniziert wird. Es ist ihnen im Laufe der Zeit gelungen, sich Zugriff zu verschaffen auf unbegrenzte Finanzmittel, mit denen sie die gewachsenen Strukturen der Völker massiv modifizieren können. Dieselben sehen es als eine Tatsache an, daß die Menschheit mit Kriegen am schnellsten zu ihren Zielen zu befördern ist. Eine friedliche Entwicklung dauert ihrer Ansicht nach hundert Mal länger als eine geschickte kriegerische Aktion. Wenn der Krieg der bessere Motor aller Entwicklungen ist, so ist ein großer Krieg der Beweger großer Dinge. Ein Krieg aller gegen alle wäre in deren Sinne die Grundlage für den allergrößten Fortschritt, den die Menschheit imstande ist zu gehen. In aller Deutlichkeit ist erkennbar, daß das brutale gegenwärtige Weltengeschehen gekennzeichnet ist durch eine maximale Verwüstung möglichst aller stabilen gesellschaftlichen Strukturen. Die umfassende Destabilisierung und Chaotisierung der Staaten deutet auf ein beabsichtigtes finales Geschehen. Die Not der betroffenen Menschen gebietet es, über erste Hilfeleistungen hinaus grundsätzliche Rahmenbedingungen zu schaffen, die in Form staatlich sanktionierter Instanzen als Bollwerk gegen weitere Verheerungen dienen. Das hier in Grundzügen vorgestellte Konzept ist bei seiner Anwendung erkennbar geeignet, ein Maximum von Widerstandskraft in der Bevölkerung zu entwickeln, die den Staat gegen Angriffe und Zersetzung von außen zu schützen vermag.

Wenn Mitteleuropa sich darauf verständigt, kann es Vorbildfunktion für andere Länder erlangen ohne nur wirtschaftlich zu dominieren. Es würde in seiner langen Geschichte erstmalig seiner Aufgabe im politischen Zusammenleben der Völker gerecht.

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 08. Oktober 2016 um 08:56 Uhr