Ich hab' Aufruhr in die Staaten gesandt.
Hier waren gesunkne Moralität
Überfeinerung, Luxus der Großen
Hochfliegender Stolz und Übermuth
Willkommner Anlaß mir, zur Wuth
den Pöbel zu hetzen, und schwimmend in Blut,
die alte Verfassung umzustoßen.
Dort raunt' ich den Staatenverwaltern in's Ohr:
Aufklärung sei die Pest eines Landes,
Sie bringe nichts, als Unheil hervor.
Nur Unterjochung des Verstandes,
Und matte Dämm'rung, halb Tag, halb Nacht,
Aus Pechfackelnqualm hervorgebracht,
Sei Heil des Staates! Zum Hellsehn tauge
Nicht des gebrechlichen Menschen Auge,
Es müsse nur sehen bei kärglichen Licht,
Nicht denken sei des Glaubens Pflicht.
Ha! trefflich glücken meine Plane,
Man folgte, wie Wahrheit, dem neckenden Wahne.
Pechfackelnlicht ward, weit und breit,
verordnet von der Obrigkeit,
Bei Tod und Leben anbefohlen;


Und jeder musste sich sein Licht
vom Magazin der Fackeln holen;
Bei eignem zu sehen, erlaubte man nicht.
Vortrefflich! recht nach meinem Plane!
Bald wehte des Aufruhrs blutige Fahne;
Auf stand der freien Denker Zunft,
Schrie über Bedrückung der Vernunft;
"Kein Fackelnlicht! erscholl ihre Stimme,
Wir wollen bei heller'm Lichte sehn!"
Die Obrigkeit entbrannte im Grimme,
Und hieß die Schreier in Fesseln gehn.
Nun galt es Zerstörung! In ganzen Haufen
Sah man das Volk zusammenlaufen,
Und alles in Waffen, und alles in Wehr,
Ging's über die Vorratskammern her.
Ein Teil der Fackeln ging auf in Flammen,
Der andere ward in's Meer versenkt;
Die Staatenfüher vom Ruder gedrängt,
Und ihre Herrlichkeit stürzte zusammen.

 

1795 Berlinisches Archiv Dr. Faust von Johann Friedrich Schink

Die Ursachen und Wirkungen der Kreditkrise sind schwer zu verstehen. Hier nun endlich ein Erklärungsmodell zur Finanzkrise, das jeder versteht.

Mandy besitzt eine Bar in Berlin-Kreuzberg. Um den Umsatz zu steigern, beschließt sie, die Getränke der Stammkundschaft (hauptsächlich alkoholkranke Hartz-IV-Empfänger) auf den Deckel zu nehmen, ihnen also Kredit zu gewähren. Das spricht sich in Kreuzberg schnell herum und immer mehr Kundschaft desselben Segments drängt sich in Mandy's Bar. Da die Kunden sich um die Bezahlung keine Sorgen machen müssen, erhöht Mandy sukzessive die Preise für den Alkohol und erhöht damit auch massiv ihren Umsatz. Der junge und dynamische Kundenberater der lokalen Bank bemerkt Mandy's Erfolg und bietet ihr zur Liquiditätssicherung eine unbegrenzte Kreditlinie an. Um die Deckung macht er sich keinerlei Sorgen, er hat ja die Schulden der Trinker als Deckung. Zur Refinanzierung transformieren top ausgebildete Investmentbanker die Bierdeckel in verbriefte Schuldverschreibungen mit den Bezeichnungen SUFFBOND®, ALKBOND® . Diese Papiere laufen unter der modernen Bezeichnung SPA Super Prima Anleihen und werden bei einer usbekischen Online-Versicherung per Email abgesichert. Daraufhin werden sie von mehreren Rating- Agenturen (gegen lebenslanges Freibier in Mandy's Bar) mit ausgezeichneten Bewertungen versehen.

Niemand versteht zwar, was die Abkürzungen dieser Produkte bedeuten oder was genau diese Papiere beinhalten, aber dank steigender Kurse und hoher Renditen werden diese Konstrukte ein Renner für institutionelle Investoren. Vorstände und Investmentspezialisten der Bank erhalten Boni im dreistelligen Millionenbereich.

Eines Tages, obwohl die Kurse immer noch steigen, stellt ein Risk Manager (der inzwischen wegen seiner negativen Grundeinstellung selbstverständlich entlassen wurde) fest, dass es an der Zeit sei, die ältesten Deckel von Mandy's Kunden langsam fällig zu stellen. Überraschenderweise können weder die ersten noch die nächsten 
Hartz-IV-Empfänger ihre Schulden, von denen viele inzwischen ein Vielfaches ihres Jahreseinkommens betragen, bezahlen. Solange man auch nachforscht, es kommen so gut wie keine Tilgungen ins Haus.

Mandy macht Konkurs. SUFFBOND® und ALKBOND® verlieren 95%, KOTZBOND® hält sich besser und stabilisiert sich bei einem Kurswert von 20%.

Die Lieferanten hatten Mandy extrem lange Zahlungsfristen gewährt und zudem selbst in die Super Prima Anleihen investiert. Der Wein- und der Schnapslieferant gehen Konkurs, der Bierlieferant wird dank massiver staatlicher Zuschüsse von einer ausländischen Investorengruppe übernommen. Die Bank wird durch Steuergelder gerettet. Der Bankvorstand verzichtet großzügig für das abgelaufene Geschäftsjahr auf den Bonus.

Mit anderen Worten: wäre dieser Risk Manager gleich gefeuert worden, hätten die netten Menschen bei Mandy noch weiter trinken können, alle wären fröhlich und wir wüssten nicht, was Finanzkrise überhaupt ist. Blöd gelaufen.

Der Geldkrieg und seine Etappen

Phase 1

Im Hintergrund wurde das Finanzchaos von langer Hand vorbereitet. Die Drohgebärde eines Kollapses der Weltfinanzen zwang nun alle Staaten, ihre letzten Reserven bereitzustellen. Man spricht vom Durchbruch in der Überwindung der Finanzkrise. Das heißt im Klartext, die Front ist geschlossen. Die Staaten sitzen mit ihren Gelddivisionen im Kessel. Die Falle ist zu.

Phase 2

In den nächsten Wochen, wenn die Konzepte der Regierungen von den Parlamenten gebilligt sind, geht der eigentliche Kampf erst los. Aus sicherer Deckung beginnt das Scheibenschießen. Ein Finanzinstitut nach dem anderen wird fallen. Die Beute ist groß. Denn beim Versenken der großen Banktanker müssen die Staaten mit ihren Risikoschirmen bluten bis auf den letzten Tropfen. Das Geld wandert von den Konten der Staaten auf das der Gewinner. Diese halten sich noch solange verborgen, bis der letzte volatile $ oder € im Nirwana versenkt ist.

Phase 3

Zum Ende des Kriegswinters sind alle Staaten völlig ruiniert und überschuldet. Nun taucht aus dem Dunkel ein Retter auf. Er verfügt nachweislich über ungeheure Finanzmittel. Jedem Staat, der es will, kann sich entschulden und seine Wirtschaft sanieren. Allerdings zu seinen Bedingungen. Eine davon ist die der Unterordnung unter die Neuen Ziele. Der Retter trägt einen Namen. Seine Initialen sind A.C.

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"Wenn ich das wüsste, bräuchte ich keine Interviews zu geben, sondern würde viel Geld verdienen"

Jean-Claude Juncker auf die Frage, wer seiner Ansicht hinter den Angriffen auf den Euro stehe.